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Ein geöffnetes Erste-Hilfe-Set mit Verbänden liegt im Herbstlaub.15Okt.Training & Einstieg

Erste Hilfe unter Stress – Medic Responder bei EarthTrail

Stand 15.10.2026 · von Julia & Benjamin Wiedenbruch

Ein Mensch liegt am Boden und blutet. Um dich herum ist es laut, vielleicht dunkel. Und dein Herz rast. Was tust du jetzt – und was davon klappt unter diesem Druck?

Genau darum ging es beim Medic Responder von EarthTrail, einer Schule für Survival- und Outdoortraining aus Dresden. Ich (Benjamin) war dabei. Hier mein kurzer Bericht.

Kurz gesagt: Erste Hilfe nicht im ruhigen Seminarraum, sondern unter Stress – mit realistisch dargestellten Verletzten, auch bei Nacht. Intensiv und fordernd, mit einem Lehrteam aus der Praxis. Vier Dinge davon nehmen wir mit in unser Training.

Erste Hilfe, wenn es ernst wird

Viele kennen Erste Hilfe aus dem Kurs für den Führerschein: Puppe, Verband, ruhiger Raum. Im Ernstfall sieht das anders aus. Unter Stress zittern die Hände, der Blick wird eng, einfache Handgriffe werden schwer.

Genau dort setzt der Medic Responder an. Das Lehrteam hat zwei Blickwinkel zusammengebracht:

  • Zivil: der Unfall auf der Straße, der Notfall im Alltag.
  • Taktisch: Lagen, in denen die Gefahr noch nicht vorbei ist. Dann gilt erst recht: Eigenschutz zuerst. Nur wer selbst sicher ist, kann helfen.

So echt wie möglich

Die Szenarien hatten es in sich. Darstellerinnen und Darsteller spielten Verletzte, teils schwer verletzt – geschminkt und mit Masken, so echt, dass man kurz schlucken muss. Fachleute nennen das realistische Unfalldarstellung.

Wer da hilft, muss zuerst den eigenen Schreck sortieren. Dann erst kommen die Handgriffe.

Dazu kamen Drills in der Nacht, bei Rotlicht. Rotes Licht schont die Nachtsicht: Die Augen bleiben an die Dunkelheit gewöhnt. Helfen, wenn man kaum etwas sieht – das ist eine ganz eigene Übung.

Was wir mitnehmen

Selbstverteidigung hört nicht auf, wenn der Angriff vorbei ist. Danach kann jemand verletzt sein: du selbst, jemand aus deiner Begleitung, ein fremder Mensch. Darum gehört für uns dazu, auch dann handlungsfähig zu bleiben.

Zwei Dinge fließen jetzt in unser Training ein:

  • Notruf unter Stress: 110 oder 112 klar und knapp absetzen, auch wenn das Herz rast.
  • Starke Blutungen stoppen: die wichtigsten Handgriffe, bis der Rettungsdienst da ist.

Ein Beispiel für passende Ausrüstung ist ein IFAK (Individual First Aid Kit, ein persönliches Erste-Hilfe-Set). Darin steckt das Nötigste für schwere Verletzungen, vor allem für starke Blutungen.

Das Prinzip kennen unsere Mitglieder schon: Wir üben unter Druck, weil der Ernstfall unter Druck passiert. Unsere Erfahrung: Was oft geübt wurde, ist unter Stress eher da.

Danke

Ein großes Danke an das Lehrteam von EarthTrail für diese Erfahrung. Alle Infos stehen auf der Kursseite bei EarthTrail.

Bei uns lernst du Selbstverteidigung mit Krav Maga – ab 16, ohne Vorkenntnisse. Mehr dazu auf der Seite Selbstverteidigung in Stuttgart.